Monsieur Croche

Tamedia entlässt, Leser protestieren und dann?

Juni 15, 2009 · 2 Kommentare

Der Tages-Anzeiger, bzw. Tamedia gab vor einer Weile bekannt, dass beim TA 57 Stellen gekürzt werden. Von diesem Abbau betroffen sind nebst den Regionalteilen auch zahlreiche Auslandkorrespondenten. Schön ist das nicht. Und nebst dem, dass 57 Personen ihre Arbeit verlieren, wurden schnell auch kritische Stimmen laut, die einen Qualitätsverlust befürchten (siehe Leserbriefe hier und hier). Einige drohten damit, das Abo nicht mehr zu verlängern.

Inzwischen gibt es auch eine Unterschriftensammlung – Wir wollen keinen Dreivierteltagi – die fordert, dass die ausgesprochenen Kündigungen sistiert werden. Ich habe ebenfalls unterzeichnet, schaden kann es ja nicht.

Wenn ich jedoch ehrlich bin, so muss ich mir eingestehen, dass ich nicht wirklich an die Wirksamkeit jener Unterschriftensammlung glaube. Denn nach rund 9 Tagen haben erst 2248 Personen unterzeichnet. Bei 216′411 Abonnenten ist das etwas mehr als ein Prozent. Wobei ich bona fides davon ausgehe, dass alle Unterschreibenden gleichsam Abonnenten sind. Gewiss würden sich zwar noch weitere Unterzeichner hinzugesellen, falls alle von dieser Sammelaktion wüssten – aber was dann?

Würde das Management der Tamedia zurückrudern und die Kündigungen sistieren, obschon es dabei ihr Gesicht verlieren könnte? Und falls es das nicht täte – wie viele Abonnenten würden ihre Drohung wahrmachen und das Abo nicht mehr verlängern? Erwiese man sich damit selber nicht einen Bärendienst? Und was würden jene Abonnenten in Zukunft lesen? Hätten sie denn überhaupt eine Alternative zum Tages-Anzeiger? Ist somit aller Protest sowieso zwecklos?

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